Energieausweis

Mehr als ein Drittel des gesamten Energiebedarfs wird in Deutschland für Heizung und Warmwasser aufgewandt. Schaut man auf die privaten Haushalte, werden sogar bis zu 60% der verbrauchten Energie für Heizzwecke verwendet. Trotzdem ist der tatsächliche Energiebedarf von Gebäuden meist eine unbekannte Größe egal ob für Eigentümer, Mieter, Vermieter oder Käufer.

Wann wird der Energieausweis im Gebäudebestand Pflicht?

Ab 2008 sind Wohnungseigentümer bei Verkauf, Vermietung oder Verpachtung verpflichtet, potenziellen Käufern und Mietern einen Energieausweis des Gebäudes zugänglich zu machen.

Energieausweis Thermographie
Verbrauchsausweis Thermographie einer Immobilie

Es gibt zwei Arten von Ausweise

Den preisgünstigen Verbrauchsausweis ab etwa 50,– Euro, der aus dem Verbrauchsdaten vergangener Heizperiodenerstellt wird.

Und es gibt den teureren Bedarfsausweis. Dieser kostet etwa 200,– Euro und mehr. Er basiert auf einem technischen Gutachten, dass die Qualität der Dämmung, die Güte der Fenster und die Heizungsanlage beurteilt. Hier werden auch Modernisierungsvorschläge gemacht.


 Energieausweis bei Wohngebäuden

Für Neubauten muß bereits seit 2002 immer ein Energieausweis ausgestellt werden. Ausgestellt werden die Energieausweise zumeist vom Architekten oder vom Bauunternehmer (Bauträger).

Für Altbauten, also Bauten, die vor 2002 errichtet wurden, ist ein Energieausweis seit Juli 2008 Pflicht, wenn zum einen umfangreiche Modernisierungen erfolgen oder zum Anderen wenn das Gebäude ganz oder auch zum Teil verkauft oder vermietet wird und der Käufer oder Mieter einen Energieausweis verlangt.

Der Hausbesitzer muß also nicht zwingend selber aktiv werden und einen Energieausweis erstellen lassen, dieses Vorgehen ist jedoch sehr empfehlenswert, da der Energieausweis auch Tipps für Renovierungen bzw. Modernisierungen enthält, die das Gebäude hinsichtlich der Energieeffizienz aufwerten. Ein Hausbesitzer, der langfristig denkt und seine Wohnungen auch zukünftig gewinnbringend vermieten möchte, sollte durchaus ein Interesse daran haben, das Gebäude hinsichtlich der Energieeffizienz aufzuwerten und diese Aufwertung auch anhand eines Energieausweises belegen zu können.

Falls ein Haus Teil einer ganzen Häuserzeile ist, die alle nach dem gleichen Muster im selben Zeitraum gebaut wurden und den gleichen Modernisierungsstand aufweisen, ist ein „Gemeinsamer Energieausweis“, der für die ganze Häuserzeile gilt, ausreichend.

Bei sehr kleinen Wohngebäuden, die nicht mehr als 50 Quadratmeter Wohnfläche aufweisen, ist derzeit kein Energieausweis notwendig.

Pro Wohngebäude wird nur ein Energieausweis erstellt, der sich auf die Energieeffizienz des gesamten Gebäudes bezieht. Falls also nur Teile des Gebäudes modernisiert wurden und diese Gebäudeteile voraussichtlich eine bessere Energieeffizienz aufweisen als die restlichen Gebäudeteile, kann kein gesonderter Energieausweis ausgestellt werden.

Eine Ausnahme gibt es für Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen. Für solche Gebäude wird kein Energieausweis benötigt.


 Welche Auskünfte Energieausweise enthalten sollten

Energieausweise, ausgestellt ab Mai 2014, müssen erkennen lassen, wie die Energieeffizienz der Immobilie bewertet wird. Darauf weist die Deutsche Energieagentur hin. Je nach Variante orientiert sich die Effizienzklasse entweder am Bedarf oder am Verbrauch für Heizung und Warmwasserbereitung pro Quadratmeter und Jahr.

Immobilien, die weniger als 30 Kilowattstunden (kWh) verbrauchen, werden in die Klasse A + eingeteilt, bei mehr als 250 kWh in die Klasse H. Häuser, nach modernen energetischen Standards errichtet, verbrauchen im Schnitt für Heizung und Warmwasser etwa 50 kWh dies entspricht der Effizienzklasse B. Alle vor Mai 2014 erstellten Energieausweise ohne Effizienzklassen sind weiterhin gültig, müssen jedoch nach zehn Jahren neu angefertigt werden.


1. Januar 2016: Schützen Sie sich vor Bußgeldern

Die Bundesregierung möchte bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand erreichen. Die Energieeinsparverordnung gilt nun schon seit zwei Jahren. Bisher wurden Immobilieninserate ohne Energiekennwerte bzw. Energieausweis, im Rahmen einer einjährigen Schonfrist, nicht als Ordnungswidrigkeit geahndet.

Die wichtigsten Änderungen auf einen Blick:

  • Ein Haus darf nur noch 25% weniger Primärenergie verbrauchen als ein Haus, das im Jahr 2015 beantragt wurde. Ein KfW-Effizienzhaus 70 wird somit zum ausgerufenen Mindeststandard der „EnEv 2016“. Bei Missachtung der Anforderungen gemäß § 27 Abs. 1 (EnEv) werden Bußgelder von bis zu 50.000 Euro fällig.
  • Verbesserte Dämmstandards sollen dafür sorgen, dass der Bedarf an Heizwärme eines Hauses um 20% gesenkt wird.
  • Bauherren, die noch einen vor 01.01.1985 eingebauten Heizkessel nutzen, müssen diesen ab 01.01.16 abschalten oder bis dahin austauschen.
  • Durch die EnEV 2016 müssen außerdem die jeweiligen energetischen Kennwerte bei Verkauf oder Vermietung in der Anzeige angegeben werden. Sofern der Energieausweis die Energieeffizienzklasse aufweist, muss auch diese angegeben werden.

Ausschlaggebend dafür, ob ein Haus den EnEV Neubau-Standard 2016 erfüllen muss, ist das Datum der Einreichung des Bauantrags bzw. der Erstattung der Bauanzeige. Eingereichte Anträge und erstattete Anzeigen ab dem 1. Januar 2016 fallen unter die erhöhten Standards der Energieeinsparverordnung. Für diejenigen, die weder einen Antrag noch eine Anzeige für den Bau benötigen, gilt der Zeitpunkt des tatsächlichen Baubeginns als Stichtag. Für Hausbauer ist es deshalb besonders wichtig, den Zeitpunkt der Verordnungsverschärfung genau im Blick zu haben.